Kroatien 1999

Yacht: "F.(Punkt), Oceanis 38.1
Vercharterer: hema raj
Vom 09.05.99 - 15.05.99
Route: Umag, Grado, Porec, Pula, Rovinij, Umag

Skipper: Wolfgang Heger

Crew: Eveline Heger, Peter Spörl, Dr. Herbert Drechsel, Heinrich Gölkel 



Am Sonntag, den 09.05.99 starteten wir von Umag in Richtung Grado. Um 13.20 Uhr legten wir im Stadthafen an. An diesem Tag regnete es sehr stark, erst nach der Ankunft in Grado ließ der Regen nach. Das Wetter begann sehr schön zu werden.
Nach einem ausgiebigen Einkaufs- und Stadtbummel übernachteten wir in Grado und fuhren am nächsten Tag bei Windstärke 2 unter Segel gemütlich nach Porec.
Am 11.5.99 legten wir in Porec ab und steuerten Pula an. Bei sehr gutem Segelwind (18 kn sw) kreuzten wir bis nach Pula. Ankunft in Pula war um 16.35 Uhr.
Herbert besichtigte das römische Kolosseum, der Rest der Crew war mit Einkaufen beschäftigt.


Am 12.05.99 legten wir um 09.45 Uhr in Pula ab und fuhren in die Bucht südöstl. von Briuni. In dieser Bucht hatten wir beim BR-Törn schon einmal geankert.
Es sollte geangelt werden.
Kurz nach dem Ankern fiel mir und Heinrich eine Gruppe junger Leute mitten in der Bucht auf. Bei genauerer Beobachtung erkannten wir, daß sie mit einem Tretboot gekentert waren. Zu der Zeit hatten die Jungs noch ihren Spaß dabei.
Da das Wasser zu der Zeit ca. 17 Grad kalt war, entschlossen wir uns, sofort zu dem Tretboot zu fahren. Also: Anker wieder hoch und Bergungsmaßnahmen einleiten. Rückwärts fuhren wir das Tretboot an und nahmen die Jugendlichen an Bord - in letzter Minute, wie es sich herausstellte. Die jungen Kroaten waren völlig erschöpft und durchgefroren, sie zitterten am ganzen Körper.

Mit einem herzlichen "Danke" auf Deutsch belohnten uns die Jungs für ihre Rettung.
Die Aktion war aber noch nicht beendet. Nachdem wir die 5 jungen Leute an Land gebracht hatten, schleppten wir auch noch das Tretboot bis zu Strand.
Schließlich wurde wieder geankert und das lang ersehnte Angeln begann.
Außer einem Stein (von Herbert gefangen), wurden kleinere Fische gefangen. Ein besonders stacheliger Fisch machte Herbert beim Abködern zu schaffen. Zweimal stach er sich an den Flossen des Fisches.

Nach einigen Minuten hatte Herbert ein Problem: Die Finger schwollen an, starke Schmerzen setzten ein. Nach dem Ankerlichten wollte ich zunächst Kurs nach Rovinij aufnehmen. Da der Zustand von Herbert sich nicht besserte, fuhren wir mit äußerster Fahrt nach Pula. Über Funk nahm ich Kontakt mit Rieka-Radio auf. Wir bestellten gleich ärztliche Hilfe. Im Hafen von Pula wartete dann auch ein Mann vom Hafenamt an der Tankstelle. Herbert konnte sofort ins Krankenhaus gebracht werden. 
Nach zwei Stunden war Herbert wieder da. Im Krankenhaus wurde die Hand mit heißem Wasser behandelt. Das Fischgift (des Peterfisches, wie wir jetzt wissen) wurde durch die Hitze neutralisiert. 
Da Herbert noch nicht ganz wieder fit war, blieben wir eine weitere Nacht in Pula.

Am 13.05.99 steuerten wir die "Rote Insel" vor Rovinij an. Ein herrlicher Platz zum Ankern, in dem kleinen Hafen vor dem Hotel. Im Hotel selbst war noch kein einziger Tourist.
Am Abend fuhren wir nach Rovinij, ein absolutes Pflichtziel bei jedem Istrien-Törn. Auch hier fiel auf, daß es noch sehr wenig Touristen gab. Dies lag wohl nicht nur an der Saison. Die Kosovo-Krise hatte leider für dieses Jahr den Kroaten das Geschäft verdorben.
Von dem Krieg war allerdings in Kroatien nichts zu merken. Nur ab Pula waren einzelne Jets der Nato zu sehen und zu hören.
Panikmache über einen Urlaub in Kroatien war völlig fehl am Platz.
Am 14.05.99 fuhren wir wieder zurück nach Umag.
Dieser Törn war ein voller Erfolg. Der Notfall mit Herbert war gut ausgegangen, während des Törns hatten wir herrlichen Segelwind und Sonne, in der ganzen Woche nur einmal Regen, unsere Yacht von hema raj war nagelneu und lief prächtig.
Ein großes Lob an hema raj und Herrn Matthiesen, dem Inhaber der Charterfirma, der sich persönlich um seine Segler kümmerte. Ein besonderes Lob an Herrn Renzo Rosar, dem Betreuer der Yachten bei hema raj!


Wolfgang Heger

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